Das Physikum rückt näher, und du lernst aus den Folien deiner eigenen Fakultät. Abends sitzt du dann da und tippst sie in Karten ab, statt zu wiederholen. Die beste Karteikarten-App fürs Medizinstudium hängt an drei Dingen: an abgedeckten Bildkarten, an dem, was dir ein fertiger Stapel wert ist, und daran, wie die Karten entstehen.

Kurz gesagt: Fürs USMLE, das United States Medical Licensing Examination, nimmst du Anki mit dem AnKing-Stapel, alles andere erübrigt sich. Auf einem europäischen Lehrplan, in Heidelberg, Zürich oder Wien, hat niemand das Modul deiner Fakultät gebaut, und die Frage wird, wie die Karten entstehen: Studyflash baut sie aus dem Vorlesungs-PDF, den Folien oder der aufgenommenen Vorlesung. Die übrigen Apps kosten zwischen nichts und rund 96 Dollar im Jahr, Studyflash fängt kostenlos an.

Sechs Karteikarten-Apps fürs Medizinstudium im Vergleich

Abgedeckte BildkartenFertige Medizin-StapelKarten aus deinem MaterialPreis
StudyflashJa, einer von sechs KartentypenKeine, Stapel gehen per LinkPDFs, Folien, Fotos von Notizen, eingefügter Text, aufgenommene VorlesungenKostenlos mit monatlichem Kontingent an KI-Generierungen; Probeklausuren mit Premium, Preis in der App, Planinhalte auf der Preisseite
Anki mit AnKingJa, eingebautAnKing Step-Stapel, über 30.000 Karten fürs USMLENein, nur über Add-onsApps kostenlos, iPhone einmalig 29,99 Euro, AnkiHub Core 6 Dollar im Monat oder 66 Dollar im Jahr
RemNoteJa, 5 Bilder kostenlos, unbegrenzt mit ProNur ein Kurs für den MCAT, die US-AufnahmeprüfungJa, gegen KI-Credits8 Dollar im Monat bei jährlicher Zahlung
BrainscapeNein, „coming soon“Zertifiziertes Set für USMLE Step 1, rund 9.700 KartenEingefügter Text, Fotos, Word und PowerPoint; kein PDF-Upload7,99 Dollar im Monat bei jährlicher Zahlung
MochiJa, Diagram-KartenNur Stapel, die Nutzer in seiner Bibliothek veröffentlichenKein Stapel aus einer PDF, die KI hilft bei einzelnen KartenKostenlos, Pro 5 Dollar im Monat bei jährlicher Zahlung
QuizletLernsets mit Schaubildern, nur mit Plus anzulegenÜber 700 Millionen Sets, standardmäßig öffentlichAsk Quizlet, nur USA44,99 Euro im Jahr im App Store

Preise und Funktionen geprüft am 25. September 2026. Die Preise hängen von Land und Store ab, und wo ein Anbieter keinen Preis in Euro nennt, steht der US-Preis.

Abgedeckte Bildkarten entscheiden das meiste

Anatomie, Histologie und Pathologie lernst du, indem du die Beschriftungen einer Abbildung abdeckst und sie aus dem Kopf abrufst. Fang deshalb bei dieser Spalte an. Anki hat Image Occlusion, wie die Funktion dort heißt, seit Version 23.10 eingebaut, das Add-on brauchst du nicht mehr.

Bei RemNote deckst du 5 Bilder kostenlos ab und unbegrenzt viele mit Pro. Mochi nennt sie Diagram-Karten und plant jeden Bereich einzeln ein, bei Studyflash ist die abgedeckte Bildkarte einer von sechs Kartentypen. Brainscape hat sie noch nicht und schreibt das selbst auf seine Seite. Wenn dein Fach über beschriftete Abbildungen läuft, fällt damit Brainscape weg, bevor du irgendetwas anderes vergleichst.

Studyflash

Studyflash setzt am Material deiner eigenen Fakultät an. Lade das Vorlesungs-PDF, die Folien oder ein Foto deiner Notizen hoch, und der Stapel kommt fertig zurück, mit abgedeckten Bildkarten aus den Abbildungen deiner Unterlagen. Nimm die Vorlesung auf, und aus dem Transkript werden Karten, eine Zusammenfassung und ein Quiz, samt dem Satz, den dein Dozent nebenbei zur Klausur fallen lässt. Eine Probeklausur deckt den ganzen Kurs ab, läuft auf Zeit und wird bewertet, mit einer alten Klausur als Vorlage. Der kostenlose Plan enthält ein monatliches Kontingent an KI-Generierungen; was die Pläne umfassen, steht auf der Preisseite, den Preis siehst du in der App.

Ein Gegenstück zum AnKing-Stapel gibt es nicht: keine öffentliche Bibliothek, keine gepflegten Step-1-Inhalte, Stapel gehen nur per Link an Leute, die du kennst.

Pharmakokinetische Rechnungen passen nicht auf Karteikarten. Die Rechenwege gehst du mit Max, dem KI-Tutor von Studyflash, Schritt für Schritt durch oder übst sie in den Rechenaufgaben einer Probeklausur.

Anki mit dem AnKing-Stapel

Der AnKing-Stapel ist ein gepflegter Stapel für genau eine Prüfung. AnKing beschreibt ihn mit über 30.000 Karten für die USMLE Step 1, 2 und 3. Am nächsten kommt ihm in diesem Vergleich Brainscapes Set für Step 1 mit rund 9.700 Karten. Ankis Apps kosten nichts außer der fürs iPhone, und AnkiHub, wo der AnKing-Stapel liegt, führt ihn im Core-Plan für 6 Dollar im Monat oder 66 Dollar im Jahr. Der kostenlose Plan umfasst einen Einsteigerstapel und Stapel der Community.

Alles, was kein fertiger Stapel ist, hört hier auf. Eine eingebaute KI-Generierung gibt es nicht, Karten aus deinem eigenen Vorlesungs-PDF laufen also über ein Add-on von Dritten, das beim nächsten Update kaputtgehen kann. Mehr dazu steht im Artikel über den Umstieg von Anki.

RemNote

RemNote hält die Karten in den Notizen, aus denen sie stammen. Du annotierst PDFs, und ein importierter Anki-Stapel behält seinen Wiederholungsplan. Wiederholt wird standardmäßig nach Ankis klassischem Verfahren. FSRS, den Free Spaced Repetition Scheduler, schaltest du als Beta dazu. Karten aus eigenem Material schreibt die KI gegen Credits, und Pro kostet 8 Dollar im Monat bei jährlicher Zahlung.

Eng wird es im kostenlosen Plan: Schluss ist bei 5 abgedeckten Bildern und 3 annotierten PDFs, also etwa einer Woche Vorlesungen, und für ein ganzes Semester brauchst du Pro. Fertig gibt es nur einen Kurs für den MCAT, die Aufnahmeprüfung fürs Medizinstudium in den USA. Die Inhalte deiner Module baust du selbst.

Brainscape

Brainscape ist stark bei fertigem Inhalt, den du nach Selbsteinschätzung wiederholst. Wie sicher du dich bei einer Karte fühlst, bestimmt, wann sie wiederkommt, von Minuten bis Monaten. Das zertifizierte Set für USMLE Step 1 umfasst rund 9.700 Karten, der kostenlose Plan enthält bis zu 2.500 vorgefertigte Karten, und das Abo kostet 7,99 Dollar im Monat bei jährlicher Zahlung.

Abgedeckte Bildkarten fehlen, und Bilder und Töne auf Karten kosten extra. Der kostenlose Plan bleibt damit reiner Text, ausgerechnet in einem Fach, das über Abbildungen unterrichtet wird. Die KI nimmt eingefügten Text, Fotos von Notizen, Word- und PowerPoint-Dateien, aber keine PDF.

Mochi

Wie Anki hat auch Mochi abgedeckte Bildkarten gratis dabei, hier heißen sie Diagram-Karten. Ein importierter Anki-Stapel behält deinen Verlauf, und Pro kostet 5 Dollar im Monat bei jährlicher Zahlung und bringt die Synchronisation zwischen deinen Geräten.

Medizinspezifisch ist hier nichts, und einen Stapel aus deinem Vorlesungs-PDF baut dir die KI nicht: Sie arbeitet mit dem Text in einer Karte und macht etwa aus einer Aussage eine Frage. Das passt, wenn du deine Karten ohnehin selbst tippst und nur einen sauberen Wiederholungsplan brauchst.

Quizlet

Quizlets Stärke ist das Set, das es schon gibt: über 700 Millionen Lernsets, standardmäßig öffentlich. Wenn dein Jahrgang ohnehin Links herumreicht, liegt genau darin der Vorteil, und Plus kostet 44,99 Euro im Jahr im App Store.

Lernen hat auch im bezahlten Plus monatliche Limits, und Ask Quizlet, den Chat, der deine Dateien liest, gibt es nur in den USA. Study Guides gibt es auf Deutsch, Englisch und Französisch. Wiederholungen plant Quizlet nur auf der Website. Exportiert wird nur Text, ein Set aus Abbildungen kommt also nicht wieder heraus.

Wer was nehmen sollte

  • Du schreibst das USMLE: Anki mit dem AnKing-Stapel. Über 30.000 Karten, die eine Community für genau diese Prüfung geschrieben und korrigiert hat. Den Stapel gibt es bei AnkiHub für 66 Dollar im Jahr, Anki selbst kostet nur auf dem iPhone etwas.
  • Europäischer Lehrplan, du lernst aus den Folien deiner Fakultät: Die Frage ist, wie die Karten entstehen. Studyflash, wenn der Stapel aus dem PDF und der aufgenommenen Vorlesung kommen soll, dazu eine Probeklausur nach dem Muster der letztjährigen. RemNote, wenn du die Karten in annotierten Notizen halten willst und für Pro zahlst.
  • Wenig Geld: Anki, kostenlos auf allen Geräten außer dem iPhone und mit eingebauten abgedeckten Bildkarten. Mochi hat Diagram-Karten ebenfalls im kostenlosen Plan, und der von Brainscape reicht nur, wenn dein Stoff aus Text besteht.
  • Dein Jahrgang arbeitet längst mit Quizlet: Bleib wegen der geteilten Sets dabei. Rechne damit, dass Lernen auch im bezahlten Plus gezählt wird und deine Abbildungen später nicht mit exportiert werden.
  • Du nutzt Anki schon und versinkst in Wiederholungen: Die App ist nicht das Problem. Prüf, ob FSRS läuft, und miste den Stapel aus. Geht deine Zeit fürs Kartenschreiben drauf statt fürs Wiederholen, spricht das fürs Generieren aus eigenem Material.

Fragen und Antworten

Nein, abgedeckte Bildkarten sind seit Version 23.10 in Anki eingebaut. Anleitungen, die dir dafür ein Add-on empfehlen, beschreiben eine ältere Version.

Der AnKing-Stapel gehört zum Core-Plan von AnkiHub: 66 Dollar im Jahr oder 6 Dollar monatlich. Kostenlos gibt es dort nur einen Einsteigerstapel und Stapel der Community.

Nein, AnKing ist zu groß für den Anki-Import von Studyflash, der Stapel bleibt also in Anki, wo er fürs USMLE ohnehin hingehört. Kleinere Anki-Stapel kommen mit Text und Bildern an, während Audio und Ankis eigene Image-Occlusion-Karten zurückbleiben. Studyflash nimmst du für deine eigenen Vorlesungen, neben dem Stapel in Anki.

Quizlet reicht für Vokabeln, Wirkstoffnamen und alles Listenförmige, besonders wenn dein Jahrgang Sets teilt. Sobald Medizin visuell wird, wird es dünn: Lernsets mit Schaubildern legst du nur mit Plus an, jedes beschriftet ein einziges Bild, und beim Export bleiben Bilder in Quizlet. Studyflash macht abgedeckte Bildkarten aus den Abbildungen in dem Material, das du hochlädst.

Anki, über das offizielle AMBOSS-Add-on. Es ist kostenlos und bringt 50 Kurzdefinitionen mit, für alles Weitere brauchst du ein aktives AMBOSS-Konto. AMBOSS kostet deutsche Studierende rund 99 Euro im Jahr, und ob deine Fakultät eine Campuslizenz hat, fragst du am besten dort nach.