Es gibt zwei Sorten von Anki-Nutzern, und beide suchen irgendwann nach einer Anki-Alternative. Die eine hat die App installiert, die Stapeloptionen geöffnet und ist nie zurückgekommen. Die andere lernt seit zwei Jahren damit, hat ein paar tausend Karten und keine Lust mehr, jede einzelne zu tippen.

Die kurze Antwort: Das meiste, was gegen Anki gesagt wird, ist veraltet, denn abgedeckte Bildkarten und FSRS sind längst eingebaut. Die eine echte Lücke: Anki selbst schreibt dir keine Karten, das können nur Add-ons, und die kann ein Update lahmlegen. Wer die Kontrolle will und nichts zahlen möchte, bleibt also gut bei Anki. Wer will, dass die Karten einfach da sind, gibt sein Material bei Studyflash hinein, kostenlos mit einem monatlichen Kontingent an KI-Generierungen.

Die sieben im Vergleich

Erstellt Karten aus deinem MaterialAbgedeckte Bildkarten und WiederholungNimmt einen Anki-ExportPreis
Anki, zum VergleichNein, nur über Add-onsEingebaut; FSRS eingebaut, standardmäßig ausEigenes FormatKostenlos; iPhone-App einmalig 29,99 Euro
StudyflashJa, aus PDFs, Folien, Fotos der Mitschrift, eingefügtem Text oder einer aufgenommenen VorlesungEiner von sechs Kartentypen; Spaced Repetition und PaukmodusJa, mit Bildern; andere Notiztypen als Frage und Antwort; ohne Audio, Lernverlauf und Ankis abgedeckte BildkartenKostenlos mit monatlichem Kontingent an KI-Generierungen; Preis für Premium in der App, Planinhalte auf der Preisseite
RemNoteJa, gegen monatliche KI-CreditsJa, auf fünf Bildern kostenlos; SM-2, FSRS als BetaJa, mit Lernverlauf; exportiert auchKostenloser Plan; Pro 8 Dollar im Monat, jährlich abgerechnet
MochiKein Stapel aus einer Datei; die KI schreibt eine Karte oder einen Beispielsatz aus deinem Text; 5.000 KI-Tokens gratis im MonatDiagram-Karten; eigener Algorithmus, FSRS optionalJa, mit Verlauf; Export im eigenen Format, CSV und MarkdownKostenlos; Pro 5 Dollar im Monat, jährlich abgerechnet
BrainscapeJa, aus eingefügtem Text, Fotos der Mitschrift, Word- und PowerPoint-Dateien; kein PDF-UploadNein; Selbsteinschätzung 1 bis 5Nein, vorher als TextdateiKostenloser Plan; Pro 7,99 Dollar im Monat, jährlich abgerechnet
KnowtJa, aus Notizen, PDFs und VideosNein; Spaced RepetitionNein, nur als eingefügter TextKostenloser Plan; Bezahlplan 149,99 Dollar im Jahr (rund 12,50 im Monat) oder 24,99 monatlich
QuizletJa, Study Guides; Ask Quizlet nur USALernsets mit Schaubildern, nur mit Plus anzulegen; Spaced Repetition im BrowserNein, nur eingefügter TextKostenloser Plan; Plus 44,99 Euro im Jahr im App Store
Gemini NotebookJa, aus deinen UploadsNein; wiederholt verpasste Karten, wann du willstNein, es nimmt Dokumente, keine StapelKostenloser Plan; Google AI Pro 21,99 Euro im Monat

Preise und Funktionen geprüft am 25. September 2026. Jeder Preis hängt von Land und Store ab, und wo ein Anbieter keinen Europreis nennt, steht der US-Preis.

Anki-Karteikarten erstellen lassen: was die App 2026 kann

Abgedeckte Bildkarten, in Anki Image Occlusion genannt, stecken seit Version 23.10, erschienen Ende 2023, fest in der App. Anleitungen, die dir dafür ein Add-on empfehlen, beschreiben eine ältere Version. Auch FSRS, der Free Spaced Repetition Scheduler, liegt bei: standardmäßig aus, ganz unten in den Stapeloptionen, und einschalten lässt er sich nur für alle Stapel auf einmal. Auf Windows, macOS, Linux und Android kostet Anki nichts, die Synchronisation über AnkiWeb auch nicht; bezahlen musst du allein die iPhone-App, einmalig 29,99 Euro.

Was Anki nicht tut: Karten erzeugen. Dafür brauchst du Add-ons von Dritten, und das Handbuch warnt selbst, dass ein Update sie kaputt machen kann. Dieses Handbuch hat 26 Kapitel und rät dir zu ein paar Wochen mit den Standardeinstellungen, bevor du etwas umstellst. Wer AnkiWeb als Sicherung nutzt, sollte zwei Grenzen kennen: 100 MB komprimiert pro Sammlung, ohne Töne und Bilder, die unbegrenzt bleiben. Liegt das Konto 6 Monate still, löscht AnkiWeb nach einer Warn-E-Mail nur seine Kopie, Konto und Karten auf deinen Geräten bleiben.

Studyflash

Studyflash ist für alle, die mit Anki nie richtig angefangen haben, und für alle, die keine Karten mehr tippen wollen. Du gibst ein Vorlesungs-PDF hinein, einen Foliensatz, das Foto deiner Mitschrift oder die Aufnahme der Vorlesung; zurück kommt ein Stapel in sechs Kartentypen, abgedeckte Bildkarten eingeschlossen. Der kostenlose Plan enthält Karteikarten, Quizze und Spaced Repetition mit einem monatlichen Kontingent an KI-Generierungen; was die Pläne umfassen, steht auf der Preisseite, den Preis siehst du in der App. Den Ablauf zeigt die Seite zu Karteikarten mit KI.

Der Importer nimmt ein Anki-Paket: Text und Bilder kommen an, aus dem Lückentext wird eine Karte zum Ausfüllen, und andere Notiztypen landen als Frage und Antwort. Audio, der Lernverlauf und Ankis eigene abgedeckte Bildkarten bleiben zurück. Zieh also die Stapel aus Text und Bildern um und lass Stapel mit Ton in Anki. Ein Stapel mit Abdeckungen bleibt ebenfalls dort, oder du baust ihn in Studyflash aus der Originalabbildung neu. Ein Semester lang läuft dann beides nebeneinander.

RemNote

RemNote hält Notizen und Karten an einem Ort: Die Karten stecken direkt in deinen Notizen und behalten so ihren Zusammenhang. Geplant wird standardmäßig mit SM-2, FSRS ist eine Beta zum Einschalten. Abgedeckte Bildkarten sind dabei, ein Anki-Paket kommt samt Lernverlauf herein, und hinaus geht es wieder als Anki-Paket. Pro kostet 8 Dollar im Monat, jährlich abgerechnet.

Der kostenlose Plan ist genau dort eng, wo ein Anki-Nutzer es sofort merkt: abgedeckte Bildkarten auf fünf Bildern, 250 KI-Credits im Monat und 5 KI-Durchläufe für Karten aus Text, PDF oder Folien gegen 50 bei Pro. Dazu kommt, dass RemNote eine Notiz-App mit Karten darin ist. Wer nur Karten will, zahlt für einen Outliner, den er gar nicht braucht.

Mochi

Mochi ist für alle, denen Ankis Prinzip gefällt, seine Oberfläche aber nicht: klein, schnell, schlicht. Die Diagram-Karten geben jedem abgedeckten Bereich einen eigenen Wiederholungsplan, und dein Anki-Export kommt samt Verlauf an. Grundsätzlich kostenlos, Pro liegt bei 5 Dollar im Monat, jährlich abgerechnet, und bringt die Synchronisation.

Ohne Pro bleibst du damit auf einem Gerät. Hinaus geht es dagegen schon: Das eigene Format nimmt den Lernverlauf mit, CSV und Markdown nicht, und die CSV-Datei ist auf Anki ausgelegt. Die KI schreibt jeweils eine Karte, eine Frage oder einen Beispielsatz, aus dem Text in einem Kartenfeld; einen Stapel aus einem PDF baut sie nicht. Kostenlos sind 5.000 KI-Tokens im Monat.

Brainscape

Brainscape ist für Stoff, den jemand anderes schon sortiert hat: Der kostenlose Plan enthält bis zu 2.500 fertige Karten. Wiederholt wird nach deiner eigenen Einschätzung von 1 bis 5. Pro kostet 7,99 Dollar im Monat, jährlich abgerechnet.

Abgedeckte Bildkarten hat Brainscape nicht. Baut dein Anki-Stapel auf Anatomiebildern auf, fällt Brainscape damit raus. Deinen Anki-Export nimmt es ebenfalls nicht, du müsstest ihn vorher in eine Textdatei umwandeln, und Bilder, Töne und der Export kosten extra.

Knowt

Knowts kostenloser Plan bringt Karteikarten und Notizen, dazu Werbung, und gedeckelt ist die KI. Sie erzeugt Karten aus Notizen, PDFs und Videos. Bezahlt kostet Knowt 149,99 Dollar im Jahr, also rund 12,50 Dollar im Monat, oder 24,99 Dollar bei monatlicher Zahlung.

Knowt ist auf US-Prüfungen zugeschnitten, und die Website gibt es nur auf Englisch; umstellen kannst du die Sprache erst in der App. Wer für Klausuren in Deutschland, Österreich oder der Schweiz lernt, findet dort wenig Passendes. Ein Anki-Stapel kommt nur als eingefügter Text hinein; der Importer, mit dem Knowt wirbt, ist für Quizlet gedacht.

Quizlet

Quizlet ist die Abkürzung zu einem Stapel, den es für deinen Kurs längst gibt; Quizlet selbst nennt über 700 Millionen Lernsets. Wer Anki wegen der Karten anderer Leute verlässt, landet genau deshalb hier. Kostenlos geht es mit Werbung, Plus kostet im App Store 44,99 Euro im Jahr und hat trotzdem monatliche Nutzungsgrenzen.

An der Struktur hört es auf. Einen Anki-Import gibt es nicht, nur eingefügten Text über die Website, eine große Sammlung kommt also als blanker Text ohne Medien an. Hinaus geht es ebenfalls nur als Text. Mehr dazu steht im Artikel zu Quizlet-Alternativen.

Gemini Notebook

Google hat NotebookLM in Gemini Notebook umbenannt. Es ist dafür gebaut, einen Haufen Quellen in den Griff zu bekommen, und macht daraus Karteikarten und Quizze mit Schwierigkeitsstufen und einem Erklären-Knopf. Im kostenlosen Plan laufen Karten und Quizze über Nutzungsgrenzen, die sich alle 5 Stunden erneuern, bis zu einer Obergrenze pro Woche. Google AI Pro kostet 21,99 Euro im Monat.

Gemini Notebook merkt sich deinen Fortschritt, und du gehst alle Karten oder nur die verpassten noch einmal durch, wann du willst, und nichts legt fest, wann eine Karte wiederkommt. Wer von Anki weg will, sollte genau hier hinschauen, denn die geplanten Abstände sind der Grund, warum Anki überhaupt funktioniert.

Welche App zu wem passt

  • Kontrolle, und es soll nichts kosten: Bleib bei Anki. Kostenlos am Rechner und auf Android, quelloffen, exportiert die ganze Sammlung, abgedeckte Bildkarten und FSRS eingebaut, und bei der Wiederholung feiner einstellbar als alles andere hier. Die neueste Desktop-Version ist im September 2026 erschienen.
  • Nie richtig angefangen, und die Karten sollen einfach da sein: Studyflash, denn der Stapel entsteht aus Material, das du ohnehin schon hast, mitsamt Quiz und Zusammenfassung. Schreibst du deine Karten dagegen gern selbst, nimm Mochi.
  • Notizen und Karten an einem Ort: RemNote, als einzige App hier, die Anki-Pakete importiert und wieder als Paket exportiert.
  • Lieber eine fertige Bibliothek als ein leerer Stapel: Brainscapes 2.500 kostenlose Karten oder Quizlet für die Breite. Keine von beiden importiert ein Anki-Paket direkt.
  • Verstehen, bevor du auswendig lernst: Gemini Notebook, dazu etwas, das dir die Wiederholungen plant.
  • Medizinstapel mit Ton und Abdeckungen: Ton bleibt in Anki, Abdeckungen bleiben dort oder entstehen neu aus der Abbildung. Mehr dazu im eigenen Artikel.

Fragen und Antworten

Welche Anki-Alternative passt, hängt davon ab, warum du von Anki weg willst. Studyflash schreibt dir den Stapel aus deinen Vorlesungen, während Mochi zu allen passt, die ihre Karten lieber weiter selbst schreiben. Geht es dir um volle Kontrolle ohne Kosten, ist Anki weiterhin die richtige Wahl.

Studyflash, RemNote und Mochi nehmen ihn ohne Umweg; RemNote und Mochi exportieren auch wieder hinaus. Brainscape braucht den Stapel vorher als Textdatei, Quizlet und Knowt nehmen ihn nur als eingefügten Text.

Ja. Jede Karte behält Text und Bilder, Lückentext wird zur Karte zum Ausfüllen, alle übrigen Notiztypen werden zu schlichten Frage-Antwort-Karten. Audio, Lernverlauf und Ankis eigene abgedeckte Bildkarten kommen nicht mit. Stapel mit Ton bleiben deshalb in Anki, Stapel mit Abdeckungen auch, oder Studyflash macht ihre Bildkarten aus der Abbildung neu.

Anki hat FSRS eingebaut, standardmäßig ist er aus, und einschalten lässt er sich nur für alle Stapel auf einmal. RemNote plant standardmäßig mit SM-2 und hat FSRS als Beta, Mochi läuft mit einem eigenen Algorithmus und FSRS als Option.

Kostenlos ja, aber nicht unbedingt auf Dauer: Nach 6 Monaten ohne Nutzung löscht AnkiWeb nach einer Warn-E-Mail seine Kopie der Daten, Konto und Karten auf deinen Geräten bleiben. Sammlungen sind auf 100 MB komprimiert begrenzt, Töne und Bilder ausgenommen, die keine Gesamtgrenze haben. Leg dir vorher einen lokalen Export an, mit dem du in Studyflash weiterlernen kannst.

Nein. Zieh einen textlastigen Stapel zu Studyflash um und lern zwei Wochen damit, bevor du die übrigen Stapel aus Text und Bildern nachholst. Was auf Ton aufbaut, bleibt in Anki; einen Stapel mit Abdeckungen lässt du dort oder baust ihn aus der Originalabbildung neu.